WalkAboutLove

WalkAboutLove – Fest? Demonstration? Gegenbild? 

“[N]ot again! Yet another war? Will this ever end? What can I do to change the situation – how do you convert hate into love?“ (website) mit dieser Frage beschäftigt sich der Begründer des WalkAboutLove Rea Pasternak. Diese Frage impliziert auch, dass es bei dem WalkAboutLove um Umwandlungsprozesse gehen soll.

 

Was aber ist der WalkAboutLove? Eine Demonstration? Ein Fest? Eine Performance? Ein Zeichen? Initiationsritus für den Frieden? Oder gar ein Gegenbild?

Auf jeden Fall aber eine Ansammlung von Menschen, die sich treffen, um sich in Bewegung zu setzen und drei Monate Israel zu durchwandern.

Die Bezeichnung “Walk about“ stammt ursprünglich aus der Kultur der Aborigines. Sie bedeutet, dass man mit einer Frage auf unbestimmte Zeit läuft, bis man für sich eine Antwort gefunden hat.

Ist dies aber der Hintergrund für den WalkAboutLove in Israel?

Für mich war mein erster Walk vor einigen Jahren eine sehr intensive Zeit – auch der Veränderung – und zu meiner erneuten Reise zum WalkAboutLove 2013 starte ich mit ganz neuen Fragen: Wie wurde und wird der WalkAboutLove in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Ist es eine Ansammlung von Menschen, die mehr oder weniger privat wandern gehen, oder gibt es eine Relevanz darüber hinaus? Kann man die Veranstaltung als ein inneres und äußeres Gegenbild oder Zeichen sehen für Liebe und Gemeinschaft in einem Land, das durch ständige Konflikte und Kriege geprägt ist? Ist es eine Demonstration, wenn bunt angemalte Menschen mit Musikinstrumenten, von der ägyptischen Grenze beginnend, manche jonglierend oder Feuer spuckend, die meisten aber unter Einsatz ihrer Stimmen singend durch ein kleines Wüstendorf oder eine größere Stadt wie Tel Aviv laufen?

 

Augenscheinlich ist es keine Demonstration der Art, in der man mit Plakaten gegen etwas protestiert. Wenn man von demonstrare, was soviel wie zeigen oder hinweisen bedeutet, spricht, kann man natürlich fragen, was denn gezeigt wird oder werden soll.

 

“I began to envision in place of soldiers – backpackers, instead of weapons of war – musical instruments, instead of hate and destruction – an abundance of brotherhood and love, displacing the depths of grief and despair with joy and hope…“. Wenn man diesen Satz von Rea auf der Homepage des WalkAboutLove liest, lässt sich der Versuch eines Gegenbildes, das gezeigt oder viel mehr gelebt werden soll, vermuten. Wie öffentlich ist die Wanderung, dass man sie mehr als privat nennen könnte? Über lange Strecken ist es ‚einfach nur’ ein Laufen, alleine, oder in kleinen Gruppen, im Gespräch oder in der Stille, in der Natur und abends zusammen kochen und am Lagerfeuer sitzen. Was aber bedeutet es, dies nicht irgendwo, sondern in Israel zu tun, sich dort in Bewegung zu setzen?

Von meinem ersten Walk sind mir verschiedene Gespräche zu Frieden, Auseinandersetzung und der politischen Situation noch gut in Erinnerung, aber vor allem auch der Beginn an der ägyptischen Grenze. Plötzlich war es nicht nur die Freude, loszulaufe: Der Moment des Sich-Zeigens rückte in den Vordergrund: Bunte Tücher, die an Rucksäcken befestigt wurden, Gitarren, Flöten, ein Cello, Trommeln, die ausgepackt wurden. Bälle, mit denen jongliert wurde, und ein fröhliches Gewirr aus Stimmen – erst sich unterhaltend, dann aber auch immer wieder gemeinsam ein Lied singend. Das Festliche verebbte, je weiter wir in die Wüste wanderten, mit Bällen wurde weiterhin jongliert und auch Musik wurde gespielt, aber eben in der Gemeinschaft, die entstand, und nicht für ein ‚da Draußen’. Bestimmte Rituale wie das morgendliche Geweckt Werden durch ein Lied oder Cello-Musik, aber auch, sich vor dem gemeinsamen Essen im Kreis um das Lagerfeuer an den Händen zu halten und “We are circling, circling together. This is familiy. This is unitiy. This is celebration“ zu singen, spielten in der Zeit des Wanderns in der Wüste, ohne Zuschauende, eine größere Rolle. Bunter und festlicher wurde es dann wieder, als wir die erste kleinere Stadt durchquerten. Nach dem Zelte-Aufbauen und Ausruhen wurden am nächsten Morgen die Gesichter bemalt und so bunt gefärbt ging es plötzlich mit völlig anderer Stimmung, vielleicht auch getragen durch die gemeinsame Zeit in der Wüste, durch die Stadt.

 

Auffallend. Durch die Fröhlichkeit.

 

Dabei muss ich an ein Märchen aus dem Buch Stein und Flöte von Hans Bemmann denken, in dem ein Tal von Werwölfen eingenommen wird und die Freude und das Lachen sodann nach und nach versiegen und sich Angst und Schrecken verbreiten. Eines Tages sammelten sich dann Spielleute zusammen aus den verschiedensten Ländern und zogen ins Tal, besuchten die Leute, erzählten lustige Geschichten und Witze und gestalteten gemeinsam einen Umzug. Durch das fröhliche Gewirr wurden immer mehr Leute angezogen und stimmten in das Lachen ein und die Wölfe waren bald aus dem Tal vertrieben.

Daran musste ich denken, als wir bunt und fröhlich durch die Stadt zogen. Demonstration nicht gegen etwas, sondern durch etwas.

Gegenbild zu den anhaltenden Konflikten, zu den bewaffneten Menschen, die dort jeden Tag zur Normalität zählen, zu der Angst vor einem zurückgelassenen Rucksack? Die Anwohner*innen und Zuschauenden schauten entweder bloß neugierig zu, fingen an mitzuklatschen oder mit dem Fuß zu wippen,  oder aber fragten, was die Umherziehenden tun. Einige von ihnen kamen abends mit zum Lagerfeuer, um sich weiter zu unterhalten oder einfach zu tanzen, gemeinsam zu essen oder gar ein Stück weiter mitzulaufen. Und auch die Presse und das Fernsehen waren bei dem Start 2010 an der ägyptischen Grenze und an anderen Stationen immer mal wieder dabei.

 

Jeder Preis hat seinen Preis

 

Nachdem ich vom WalkAboutLove 2013 zurückgekehrt bin, möchte ich verschiedene Gedanken und Eindrücke teilen und Fragen erneut aufgreifen.

Zuerst fiel mir bei der Buchung des WalkAboutLove auf, dass der Preis erheblich gestiegen war, und ich fragte mich, welche Auswirkungen dies auf die Teilnehmenden haben würde. Bei den Anfängen des WalkAboutLove wurde nach dem Prinzip des „magic hat“ bezahlt, das heißt, dass ein Hut herumgereicht wird, in den jede*r hineinlegen kann, was er/sie gerade hat und für angemessen hält. Ein Prinzip, von dem man, um das Thema des Gegenbildes erneut aufzugreifen, vielleicht auch hier sprechen könnte. Bei meinem ersten Besuch des WalkAboutLove im Jahr 2010, hatte sich dieses System bereits gewandelt. Es gab einen festen Preis für jede*n, die Preise waren aber dennoch sehr niedrig und auch für Menschen mit wenig Geld gab es die Möglichkeit, teilzunehmen, indem man zum Beispiel für insgesamt zwei Tage tätige Mithilfe nichts für den restlichen Walk bezahlen musste. Mittlerweile ist der feste Preis pro Tag erheblich gestiegen und eine Buchung für mindestens fünf Tage vorgesehen. (Wahlweise ist aber auch nur die Teilnahme am Wochenende möglich.) Die Möglichkeit, kommen und gehen zu können, wann es sich für einen selbst richtig anfühlt, ist damit eingebüßt. Während man zu Beginn vielleicht auch von einer Idee oder Möglichkeit des alternativen Reisens und Lebens und einem Gegenbild sprechen konnte, hat sich der WalkAboutLove nun – auf jeden Fall auf diesen Aspekt bezogen – in das kapitalistische System gefügt. Er ist nun strukturierter, einige Dinge klappten reibungsloser. Das veränderte Organisationssystem hat aber auch dazu beigetragen, dass diesmal ganz andere Menschen daran teilgenommen haben. Für viele dauerhaft Reisende und Wenigverdienende verringerte sich die Möglichkeit einer Teilnahme und sie waren diesmal kaum noch vertreten, wohingegen einige Leute aus dem Businessbereich mit auf Wanderung waren, wie zum Beispiel ein Banker aus Frankfurt.

Das Gefühl, Teil einer Reisegruppe zu sein, stellte sich ein und zu den Fragen, was der WalkAboutLove ist – Eine Demonstration? Ein Fest? Eine Performance? Ein Zeichen? Initiationsritus für den Frieden? Oder gar ein Gegenbild? – gesellt sich die Frage: eine Reisegruppe? Wenn auch keine, in der eine Dame oder Herr mit Regenschirm, an der Spitze entlangtänzelt, um über kulturelle „Gegebenheiten“ zu berichten. (Wie neulich bei einer Spreefahrt in Berlin, bei einem Familienbesuch, bei der Denkmäler der Kaiser, der Bundestag und das Haus der Arbeitgeber Erwähnung fanden – wohingegen am Verdi-Haus, an den mit Graffiti bebunteten Fabrikgebäuden, angemalten Holzverschlägen und Bepflanzungen mit Sonnenblumen, die die Aufmerksamkeit auf sich zogen, lediglich stillschweigend vorbeigezogen wurde.) Eine solche Reisegruppe ist der WalkAboutLove dann doch nicht.

 

Die Frage, wer Geschichte schreibt, und auf welche Weise, bleibt.

 

Ein Argument, das sich wenig nach alternativer Bewegung oder gar Gegenbild anfühlt, und mir im Vergleich zu meiner ersten Reise sehr deutlich aufgefallen ist, ist,  dass auf meine Frage, warum Menschen beim WalkAboutLove mitlaufen, viele sagten, dass er eine gute Möglichkeit darstelle, in der Wüste zu wandern, weil die Versorgung mit Nahrung und vor allem Wasser organisiert werde.

Nach dieser Beobachtung stellte ich mir erneut die Frage, was der WalkAboutLove sei und welche Bedeutung diese Idee für die Teilnehmenden nun habe. Ist es nur ein Gedanke des Begründers? Eine Idee, die mit den Jahren erkaltet oder sich wandelt? Und wenn ja, wohin? Wie wird der Gedanke des WalkAboutLove gelebt und transportiert und welche Auswirkung hat auch eine strukturelle Rahmengebung dabei? Welche Menschen sind Teil davon? Wie jede Gruppe eine eigene Dynamik hat, die von jeder und jedem Einzelnen geprägt ist, so ist der strukturelle Rahmen, der von Rea Pasternak gesetzt wird und auch die Teilnahme von Menschen mitbeeinflusst, ein Faktor, aber nicht der Einzige. Der Gedanke, dass Menschen von überall aus der Welt zusammenkommen, war auf jeden Fall auch dieses Jahr fühlbar. Musikinstrumente, Jonglieren, Feuerspucken und Tanzen waren auch in der diesjährigen Konstellation Teil des Walks – mit Menschen unter anderem aus Israel, Deutschland, Australien, Belgien, Dänemark, Südafrika und den USA. Vom Alter her waren die meisten Anfang, Mitte 20, dieser Durchschnitt wurde aber durchmischt durch Einige um die 30 ,40, 50, 60 und der älteste Teilnehmer war ein 87jähriger Mann. Viele Leute sind alleine gekommen, es gab aber auch Paare und eine Familie mit Enkelin, Mutter und Oma.

 

Was bewegt, sich zu bewegen?

In den Gesprächen mit den Mitlaufenden ist mir aufgefallen, dass sich viele von ihnen gerade in einer Schwellenphase befunden haben. Israelis vor oder nach der Armee oder in einer Situation von Veränderung und Fragen.

 

So lief eine Frau mit, die seit 20 Jahren das erste Mal wieder alleine reiste. Sie ist Mutter von drei Kindern und hat eine 20jährige Tochter mit einer Behinderung – diese Reise war für sie auch ein Prozess der Ablösung und Umgestaltung, wie sie sagte. Ein Mann war dabei, den ich noch von 2010 kannte. Er erzählte, dass er zuerst Angst hatte, in einer Gruppe zu laufen und für ihn die Reise quasi ein „sich Häuten“ bedeuten würde, eine neue Haut zu bekommen. Er ist seit 2010 jedes Jahr streckenweise mitgelaufen und erklärte mir, dass er dieses Mal erstmals keine Angst mehr hätte. In Gesprächen habe ich auch erfahren, dass für Viele die Wanderung die Bedeutung hat, sich selbst zu „klären“ und auf Visionssuche zu gehen. Oder aber, dass sie ihnen die  Gelegenheit bietet, Teil einer Gruppe zu sein, in der man Kontakt haben kann, aber eben nicht, wie dies in engen Freundschaften der Fall ist, haben „muss“. Und man könne auch mal nur für sich laufen, um den ganz eigenen Fragen nachzugehen.

Viele Eindrücke kommen mir da in den Sinn, während ich schreibe: Gespräche und Begegnungen mit Menschen und Gedankenüber Politik. Zum Beispiel als wir einmal mitten in der Wüste sahen, wie ein großer Zaun gebaut wurde – laut Regierung, damit von Außen weniger Flüchtlinge durch die Wüste ins Land kommen können. Ich erlaube mir die vielleicht auch etwas naiv klingende Frage: Was ist denn dieses „Außen“, wenn wir alle Menschen aus einer Welt sind?

 

Zu diesem Zeitpunkt der Wanderung sind es auch Schmerz und Unverständnis, die in der Gruppe geteilt werden.

 

Oder ich erinnere mich an das Gefühl, das ich hatte, als Kampfflugzeuge über den Wüstenhimmel bretterten und ich den Kopf einzog. Für mich wirkten dieser Lärm und die Vorstellung bedrohlich, dass das Kriegsmaschinen sind, in denen Menschen sitzen, die andere Menschen töten – auch wenn es an diesem Tag nur eine Flugübung war. Und schließlich erinnere ich mich auch wieder daran, wie ich Soldaten mit Maschinengewehren an einer Bushaltestelle stehen sah – erstaunlich, wie meine Wahrnehmung vor meinem Hintergrund ganz andere Gefühle erzeugte als bei der jungen Frau, neben der ich in dem Moment gerade lief. Für sie ist es ein Gefühl von Sicherheit und Schutz: „Weil die da sind und ich weiß, dass gleich dahinten ein Militärstützpunkt ist, kann ich mich hier sicher fühlen.“ Auch wenn sie schließlich noch ergänzt: „Ich wünsch mir das auch anders, eigentlich schon krass, dass das für uns Normalität ist.“

Während des Laufens und durch die Gespräche assoziiere ich. Gedanken zu Theater in der Therapie fließen immer wieder mit ein: Was ist Normalität, was gilt als gesund oder krank?

Vor meinem Hintergrund bin ich über manche Dinge dann doch verwundert – bei einem WalkAboutLove, den ich mit Frieden verbinde, treffe ich so viele junge Menschen, die gerade aus der Armee kommen. Ich erfahre, dass es auf beiden Seiten in diesem Konflikt tiefe Wunden gibt, durch Verluste von Menschen, von Heimat. Im Gespräch wurde mir dazu häufig erklärt, dass es kein Thema zwischen den Leuten ist, sondern ein Problem der Struktur. Aber obwohl fast alle selbst in der Armee waren, schien es kaum eine Auseinandersetzung darüber zu geben, was es bedeutet, zur Armee zu gehen. in dieser Gesellschaft ist es eben ‚normal’. Vielleicht auch, um weiterhin in dem System bestehen zu können?

Ist der Walk also wirklich ein Gegenbild, oder wird es von den Israelis mehr als eine Art der Erholung von der Armee gesehen? Und als eine parallele Realität, die damit gar nicht in Zusammenhang gebracht wird, auch nicht mit dem eigenen Tun in der Armee?

Wie Rea eines Tages in der Morgenrunde erklärte, heißt für ihn Liebe geben und vergeben. Es gehe dabei für ihn nicht darum, über Liebe zu reden oder eine Reise durch die Wüste zu organisieren, sondern darum, dass in jedem und jeder von uns kleine Veränderungen passierten, die wir mit in unser Leben nähmen. Wie er sagt, gehe es im Walk darum, das zu geben und einzubringen, was man gerne möchte: Tee kochen, in der Küche mithelfen, Musik machen ... in meinen Assoziationen tauchen Augusto Boal und Moreno auf. Die kleinen Veränderung der Einzelnen, die nach und nach auch auf das System wirken sollen – ein Gedanke, der auch bei Augusto Boal, Begründer des Theaters der Unterdrückten, zu finden ist, bei dem die Veränderung der Gesellschaft durch die individuelle Auseinandersetzung durch Rollenspiel als eine Probe für die Realität gesehen wird. Oder Moreno, Begründer des Psychodramas, der sogar eine Weltrevolution erzielen wollte, indem die kleinen Veränderungen sich wie ein Schneeballsystem nach und nach auf alle auswirken sollten.

Theater soll verändern, Therapie soll verändern – letztendlich dann doch nicht nur Individuen!?

 

Walking towards transformation!?

Ob Gegenbild, kapitalisierte Struktur, Menschen in Schwellenphasen, oder auch kleine Veränderungen, die möglicherweise in den Alltag von jeder und jedem integriert werden – alle vorherigen Überlegungen zielen auf dieselbe Frage: was passiert eigentlich beim Laufen?

 

In Anlehnung an ein kürzlich gelesenes gestalttherapeutisches Buch von James I. Kepner zu Körperprozessen, in dem die These vertreten wird, dass eine äußere Bewegung zu einer inneren Bewegung führe und eine innere Bewegung im Außen einen Ausdruck finden möchte, rückt diese Frage in den Vordergrund. Aus einem anderen Forschungsprojekt, in dem biografische Interviews eine Rolle spielten, kommt mir eine Situation in den Sinn: Ich wartete auf eine ältere Frau für einen Interviewtermin. Der Ort, an dem das Interview stattfinden sollte, war etwas verwinkelt und nicht ganz einfach zu finden, so dass ich gewohnt war, etwas zu warten oder auch die Personen draußen in Empfang zu nehmen – diese Frau also kam eilig auf mich zu gerannt und entschuldigte sich mehrfach für ihr Zuspätkommen, was auch noch nicht ungewöhnlich ist. Anders als bei anderen Interviews, hatte ich aber den Eindruck, dass das gehetzte Ankommen auch eine andere Dynamik in das Interview brachte. Es wurde ein sehr nahes und zum Teil auch tränenreiches Interview, das auch mich sehr berührt, man könnte auch sagen bewegt hat. Damals stellte ich mir die Frage, welche Rolle wohl das Rennen der Dame für den weiteren Verlauf hatte.

Diese Frage stelle ich mir beim Laufen erneut. Welche Bedeutung kommt Bewegung in Transformationsprozessen zu und welche wird ihr zugeschrieben? Und welche Prozesse werden bei einer Wanderung wie dem WalkAboutLove initiiert?

 

 

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    Lilian Seuberling: „WalkAboutLove. WalkAboutLove – Fest? Demonstration? Gegenbild?“, The Aesthetics of Applied Theatre (Blog), November 2013.